Bjorn Riley im Interview“Ich habe noch keinen einzigen Traum aufgegeben”

Laurin Lehner

 · 30.09.2026

Bjorn Riley im Interview: “Ich habe noch keinen einzigen Traum aufgegeben”Foto: Scott / Piper Albrecht
Kann sich größere Sprünge im Cross-Country-Worldcup vorstellen. Der junge US-Amerikaner Bjorn Riley.
Bjorn Riley (24) startet aktuell im Worldcup durch. Der Cross-Country-Star ist so ganz anders als seine Konkurrenz im Fahrerfeld. Wir haben den jungen US-Amerikaner mal etwas andere Fragen gestellt.

​Der US-Amerikaner aus Boulder, Colorado gilt im Cross-Country-Weltcup als stylischster Starter überhaupt. Und das ist nicht nur eine Frage der Optik. Sein Look, seine Leidenschaft fürs Malen, für Kunst und Tattoos – all das passt eher zu einem Freerider als zu einem Ausdauer-Profi. ​Abseits des Bikes ist Riley leidenschaftlicher Maler. Die Kunst dient ihm als Ventil, als Gegenpol zum Leistungssport – totale Freiheit, wie er selbst sagt.

Riley zog in jungen Jahren nach Österreich, um dort zu trainieren, und blieb. Mittlerweile spricht er fließend Deutsch. Ach ja – und im Weltcup läuft's auch.

Das etwas andere Interview mit Bjorn Riley

Bjorn Riley: Seit kurzem beim Brausehersteller Red Bull unter Vertrag - ein Ritterschlag im Sport.Foto: Red BullBjorn Riley: Seit kurzem beim Brausehersteller Red Bull unter Vertrag - ein Ritterschlag im Sport.

​Welches Geschenk würde dich am glücklichsten machen?

Im Moment wahrscheinlich eine CD oder Schallplatte, die ich noch nicht gehört habe.

Welche Frage hättest du am liebsten beantwortet?

Wie fliege ich?

Was bedeutet Malen für dich?

Es bedeutet totale Freiheit. Es ist eine Zeit für mich, um abzuschalten, und all meine Probleme und Sorgen laufen von mir ab wie Wasser.

Wer ist deiner Meinung nach der größte Maler aller Zeiten?

Im Moment ist mein Lieblingsmaler Andrew Wyeth.

Welchen Traum hast du aufgegeben?

Ehrlich gesagt habe ich keinen einzigen Traum aufgegeben. Diese Träume sind es, die mich antreiben. Und die meisten meiner Träume drehen sich ums Radfahren.

Wer ist der charismatischste Weltcupfahrer im Feld?

Martin Vidaurre. Er ist ein richtig cooler Typ, der keine Angst davor hat, seine Begeisterung zu zeigen.

Warum ist Style wichtig für dich? Und wer ist deiner Meinung nach der stilvollste XCO-Weltcupfahrer – abgesehen von dir selbst?

Für mich ist Style auf dem Fahrrad sehr wichtig, weil er eine Form des Selbstausdrucks ist. Ich finde, wenn alle auf dem Fahrrad genau gleich aussehen würden, gäbe es nichts, was dich zu dir macht. Für mich macht es mich glücklich, das Gefühl zu haben, ich selbst zu sein. Ich finde, Charlie Aldridge ist sehr, sehr stilvoll.

Wofür würdest du dich einsetzen?

Für größere Sprünge bei den Weltcuprennen.

Was war die größte Mutprobe, die du je angenommen hast?

Ich würde es nicht als Mutprobe bezeichnen, sondern eher als einen Sprung ins kalte Wasser – aber das war der Moment, als ich alles in den USA zurückgelassen habe und in eine kleine Stadt in Österreich gezogen bin, um meine Radsportkarriere zu starten.

Was kannst du absolut nicht?

Golf – ich bin absolut schrecklich darin.

Was ist für dich ein absolutes Warnsignal?

Jemand, der nur eine einzige Leidenschaft oder ein einziges Hobby hat.

An welchem Radrennen musst du unbedingt eines Tages teilnehmen?

Ich kann keines beim Namen nennen, aber ich würde wirklich gerne einen 100-Meilen- oder 160-km-Ultra-Marathon-Lauf absolvieren.

Wovon träumst du tagsüber?

Von einem riesigen Kunstatelier, in dem ich all meine kreativen Ideen vollständig erkunden kann.

Was schaust du dir immer an, wenn du durch die Kanäle zapst?

„The Canvas" – das ist ein YouTube-Kanal.

Was fordert dich heraus?

Alles, was nicht Radfahren oder Kunst ist.

Was ist eine Tatsache über dich, die niemand kennt?

Eines meiner absoluten Lieblingsalben ist von Elliott Smith und heißt „Either/Or".

Was macht dich wütend?

Menschen, die nicht alles für etwas geben, woran sie glauben.

Was ist der beste Trail der Welt?

Das ist wirklich eine sehr schwere Frage. Aber ich muss sagen, der Teocalli Trail in Crested Butte, Colorado. Dieser Trail hat für mich einen großen sentimentalen Wert.

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Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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